Zukunft der Feuerwehr

Ein wichtiges Thema bei der Dienstversammlung der Feuerwehr Ottendorf war die Zukunft der Feuerwehr und der Ausblick auf die nächsten Jahre. Da auch bei Einsätzen die Mannschaftstärke im Schnitt immer weiter abnimmt, werden Konsequenzen langfristig unumgänglich sein.

Gerade werktags kam es im vergangenen Jahr mehrmals vor, dass bei Alarm nur zwei Feuerwehrleute mit dem für neun Personen ausgelegten Löschfahrzeug ausgerückt waren. Und auch bei Einsätzen am Wochenende war das Fahrzeug meist nicht voll besetzt. Gründe hierfür sind hauptsächlich, dass die meisten der Aktiven auswärts arbeiten, studieren, generell viel unterwegs sind oder kein Interesse mehr an der Feuerwehr haben. Um die Einsatzfähigkeit in Zukunft aufrechterhalten zu können, werde man spätestens 2018 beginnen, die Feuerwehren Gädheim und Ottendorf zumindest werktags immer zusammen zu alarmieren und dementsprechend auch mehr zusammen zu üben, erklärte Kommandant Stefan Kuhn. Dazu kommt noch, erläuterte Bürgermeister Peter Kraus, dass das Ottendorfer Feuerwehrhaus zwar prinzipiell in relativ gutem Zustand sei, allerdings kaum noch den Anforderungen entspricht: so hängt die Einsatzkleidung direkt neben dem Fahrzeug in der unbeheizten Halle ohne Absauganlage für Abgase, wird nur langsam trocken und ist im Winter grundsätzlich kalt und klamm. Außerdem fehlt es an adäquaten sanitären Anlagen - es bräuchte also größere Umbauarbeiten, um das Haus auf einen modernen Stand zu bringen.

Da in Gädheim in den nächsten Jahren sowieso ein neues Feuerwehrgerätehaus unterhalb der Grundschule geplant ist, wurde nun seitens der Wehrführung von Ottendorf und Gädheim und der Gemeinde überlegt, die beiden Feuerwehren langfristig zusammen zu legen und gemeinsam das neue Feuerwehrhaus am Ostende von Gädheim zu beziehen. Das moderne Gerätehaus würde dann für drei statt zwei Stellplätze ausgelegt und verfüge des Weiteren über Schulungsräume, Duschen und gesonderte Umkleideräume für die Einsatzkleidung. Von Ottendorf aus sei der Standort mit dem PKW in kurzer Zeit erreichbar. Der Bürgermeister betonte aber, das bisher nichts fest entschieden sei und man offen mit beiden Wehren über das Thema sprechen wolle. Jeder dürfe seine Meinung äußern und Vorschläge mit einbringen. In Hinblick auf die Entwicklung der Wehren in den letzten Jahren sei dies aber die gangbarste Lösung, die Schlagkraft beider Wehren beibehalten zu können.

Die Planung für das Projekt würden aller Wahrscheinlichkeit nach in einem Jahr beginnen, mit dem Bau wird möglicherweise dann im Jahr 2019 oder 2020 begonnen. Im Zuge der anschließenden Diskussion kam weitestgehend Verständnis und Zustimmung für diese Lösung auf, einige berechtigte Bedenken aus der Wehr gab es aber doch. Es kam beispielsweise die Frage auf, wie Feuerwehranwärter ab 16 Jahren zum Einsatz kommen könnten. Denkbar wäre hier eine Art Fahrgemeinschaft mit benachbarten Feuerwehrleuten, was in der Umsetzung allerdings schwierig werden könnte. Allerdings besäßen viele der Jugendfeuerwehrmitglieder in diesem Alter auch einen Motorroller oder ähnliches. Bedenken, dass die Gemeinschaft des Feuerwehrvereins in Ottendorf darunter leiden könnte, wurden aber zurückgewiesen. Zum einen könne man das alte Feuerwehrhaus weiterhin für die Vereinsarbeit nutzen und zum anderen würden die Veranstaltungen wie Maibaumfest, Kirchweih, etc. weiterhin bestehen bleiben. Kommandant Stefan Kuhn würde sich wünschen, durch den Zusammenschluss keine aktiven Mitglieder zu verlieren und stellte dazu die Frage in den Raum: „Was bringt die ganze Eigenständigkeit, wenn bei Übungen oder Einsätzen jetzt schon nicht ausreichend Personal da ist?“

MTA 2017
Dienstversammlung 2017