Zusammenlegung der Feuerwehren


„Gemeinsam stärker“ ist der Leitspruch für den Zusammenschluss der Feuerwehren Gädheim und Ottendorf, der am Wochenende in einer gemeinsamen Dienstversammlung endgültig beschlossen wurde. Die Gemeinde und die Feuerwehren ziehen damit Konsequenzen aus den schwindenden Personalzahlen. Die „Freiwillige Feuerwehr Gädheim-Ottendorf“ wird ab 1. Januar 2018 ihren Betrieb unter der Führung der Kommandanten Alexander Brehm und Stefan Kuhn aufnehmen.

Bereits in einer vorangegangenen Zusammenkunft, bei der alle Aktiven der beiden Wehren eingeladen waren, wurden das Konzept und dessen Gründe von Bürgermeister Peter Kraus vorgestellt und über Eckpunkte offen und konstruktiv diskutiert. Als Vertreter der Feuerwehrdienstaufsicht waren zudem Kreisbrandrat Ralf Dressel und Kreisbrandinspektor Georg Pfrang vertreten, ebenso wie die zweite Bürgermeisterin Doris Scheller-Gräf. Dass fast alle Aktiven aus beiden Ortsteilen gekommen waren, betonte die Wichtigkeit dieser Sitzung. Beide Feuerwehren haben schon seit längerem das Problem, dass die Zahl der Aktiven trotz intensiver Werbemaßnahmen in den letzten Jahren immer weiter abgenommen hat. Zu manchen Tageszeiten ist deshalb die Einsatzbereitschaft nicht mehr voll gegeben, d.h. man könnte nur verzögert und mit Minimalbesatzung ausrücken. Auch bei Übungen und Ausbildungsveranstaltungen war die Beteiligung meist eher gering, was eine sinnvolle Durchführung erschwerte. Die Gründe hierfür sind neben der sinkenden Mannschaftsstärke - die effektiv unterhalb der Betriebsgrenze von 27 Mann liegt - auch die zunehmende Zahl von privaten und geschäftlichen Verpflichtungen der Feuerwehrleute, von denen die meisten außerhalb der Gemeinde arbeiten oder studieren und oft nicht zuhause sind.

Durch die Zusammenlegung der Wehren würden nun alle Kräfte gebündelt, so der Bürgermeister, um die Schlagkraft der gemeindlichen Feuerwehr aufrecht zu erhalten oder sogar zu erhöhen. Ab 2018 würden die beiden Teilwehren zunächst immer zusammen alarmiert, damit bei jedem Einsatz auch genügend Kräfte vorhanden seien. Auch Übungen und Ausbildungen wie Atemschutzlehrgang, technische Hilfeleistung und die modulare Truppausbildung werde man zusammen abhalten, abwechselnd in den beiden Ortsteilen. Ferner werde man im nächsten Jahr mit den Planungen für ein gemeinsames Feuerwehrhaus beginnen, das die beiden in die Jahre gekommenen und nicht den aktuellen Standards entsprechenden Gerätehäuser ersetzen soll. Angedachter Standort für das Gebäude mit drei Stellplätzen und angeschlossenem Bauhof ist das Grundstück unterhalb der Grundschule an der östlichen Ortseinfahrt von Gädheim. Dies sei auch von Ottendorf schnell zu erreichen und biete mit über 2000m² genügend Platz, um zusätzlich auch 15 bis 20 PKW-Parkplätze für die Feuerwehrleute unterzubringen. Eine Sanierung der alten Gerätehäuser werde nicht favorisiert, da die Fahrzeughalle im Gädheimer Rathaus zu klein und schlecht gelegen sei und das Feuerwehrhaus in Ottendorf komplett umgebaut werden müsste. Außerdem hätte eine gemeinsame Wache den Vorteil, das erste Löschfahrzeug eher voll zu bekommen und so schneller ausrücken zu können, statt wie bisher erst auf eine ausreichende Mannschaftstärke warten zu müssen.

Nach einem ersten Stimmungsbild waren bereits der Großteil der Feuerwehrfrauen und -Männer einverstanden mit den Plänen der Wehrführungen und der Gemeinde. Man könne viel voneinander lernen, effektiver Üben, Einsätze schneller abwickeln und auch die Jugendfeuerwehren würden von einer Zusammenlegung profitieren. Die bereits bestehende, gemeinsame Kinderfeuerwehr mache außerdem vor, dass Zusammenarbeit durchaus funktionieren kann. Bedenken wurden aber geäußert, was eine sichere Anfahrt zum neuen Feuerwehrhaus über die Staatsstraße 2447 (ehem. B26) angeht. Da dort Tempo 100 gilt und zuvor einige enge Kurven bergab gefahren werden müssten, stelle dies besonders für unerfahrenere Fahrer ein erhöhtes Risiko dar. Auch wurde der Vorschlag gebracht, zumindest einen Mannschaftstransporter in Ottendorf zu belassen, um damit zum Feuerwehrhaus nach Gädheim fahren zu können. Dies würde aber bedeuten, dass die Fahrzeughalle in Ottendorf weiterbetrieben werden müsste und es tritt wieder die Problematik „Wie lange warten wir, bis wir losfahren?“ auf. Man werde aber im Laufe der Eingewöhnungsphase noch über mögliche Bedenken sprechen und passende Lösungen finden, versicherte Bürgermeister Kraus. Außerdem sicherte er dem Feuerwehrverein Ottendorf auf Nachfrage hin zu, dass das alte Gerätehaus weiterhin für Sitzungen und Veranstaltungen genutzt werden könne.

In einer zweiten gemeinsamen Dienstversammlung wurde nun am vergangenen Sonntag unter Anwesenheit von Kreisbrandrat Ralf Dressel, KBI Georg Pfrang und KBM Johannes Betz offiziell die Zusammenlegung mit 32 zu 1 Stimmen beschlossen. Man einigte sich außerdem auf den neuen Namen „Freiwillige Feuerwehr Gädheim-Ottendorf“ und wählte die beiden neuen Kommandanten, die ab Januar 2018 für die neue Wehr zuständig sein werden. Das Amt des ersten Kommandanten wird Alexander Brehm, bisheriger erster Kommandant der FFW Gädheim, übernehmen. Zweiter Kommandant wird Stefan Kuhn, der bisherige Kommandant der FFW Ottendorf. Bürgermeister Peter Kraus kündigte außerdem an, dass man alles Organisatorische für die Zusammenlegung noch in diesem Jahr regeln werde, damit ab Januar der Regelbetrieb aufgenommen werden könne. Dazu gilt es noch einige bürokratische Schritte im Gemeinderat, Landratsamt und mit der Integrierten Leitstelle abzuhandeln.

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