Ölfilm Schleuse Ottendorf

Ein Ölfilm auf dem Main im Bereich der Schleuse Ottendorf zog am Pfingstsamstag, 23. Mai 2015, einen Großeinsatz mehrerer Feuerwehren nach sich. Glücklicherweise konnte der Großteil des aus bisher unbekannter Quelle stammenden Öles aufgefangen und damit ein größerer Schaden für die Natur abgewandt werden.

Nachdem am Morgen des vergangenen Samstages Mitarbeiter des Wasserschifffahrtsamtes auf ihren Überwachungskameras ölige Schlieren auf dem Unterwasser der Ottendorfer Schiffsschleuse festgestellt und die Polizei alarmiert hatten, wurde um 8:55 Uhr die Feuerwehr Ottendorf zusammen mit Kreisbrandmeister Lothar Ulmann alarmiert, der die Einsatzleitung übernahm und weitere Kräfte nachforderte. Da dieser Bereich des Maines in den Schweinfurter Zuständigkeitsbereich fällt, wurde die Stützpunktwehr Schonungen mit ihrem Feuerwehrboot zum Errichten einer Ölsperre in der Fahrrinne herangezogen. Unterstützt wurden sie dabei von den Kameraden aus Sand am Main, die auch das Reinigen der Wasseroberfläche mit einem Spezialgerät vornahmen. Zur Absicherung rückte zudem ein Boot der Wasserwacht Schweinfurt über den Wasserweg an, während die FFW Haßfurter mit ihrem Boot in der Einfahrt zu Ottendorf in Bereitschaft stand. Um die Organisation des länger andauernden Einsatzes zu erleichtern, traf außerdem die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG ÖEL) des Landkreises Schweinfurt mit ein und errichtete einen Kommandoposten. Später wurde von den Schonunger Kameraden auch eine Verpflegungsstation errichtet.

Da die Schifffahrt auf dem Main aufgrund des Ölfilms in diesem Bereich komplett stillgelegt werden musste, wurde unter anderem auch ein größeres Passagierschiff an der Durchfahrt durch die Ottendorfer Schleuse gehindert. Damit die vorwiegend aus den USA stammenden Reisenden ihren für Haßfurt geplanten Landgang mit anschließender Busfahrt zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Region dennoch durchführen konnten, wurde eine Sondergenehmigung zum Verlassen des Schiffes an der Schleusenanlage in Ottendorf eingeholt. Da diese nicht generell für den Personenverkehr ausgelegt ist, musste die Feuerwehr Ottendorf zusammen mit den Kameraden der anderen Wehren diesen außerplanmäßigen Landgang gesondert absichern. Dazu wurde das Mainufer mit Leinen gesichert und mit Unterstützung der Schiffscrew wurden die 170 vorwiegend älteren Personen von Bord die steilen Ufertreppen hinauf geführt. Von dort mussten sie einen etwa einen Kilometer langen Fußmarsch zur B26 auf sich nehmen, um ihre fünf Reisebusse zu erreichen. Die Bundesstraße wurde zeitweise einseitig gesperrt, um ein sicheres Einsteigen gewährleisten zu können. Passagiere, die Probleme mit dem Laufen hatten, wurden mit dem Gädheimer Gemeindebus zum Abfahrtsort gebracht.

Nach ganzen acht Stunden konnte dann der Einsatz für beendet erklärt und die Schifffahrt auf dem Main wieder freigegeben werden. Fast das gesamte Öl konnte erfolgreich eingefangen werden und stellt so keine Gefahr mehr für das Gewässer und die umliegende Natur dar. Die gute Teamleistung der insgesamt 74 Feuerwehrleute, der Wasserwacht und der Polizei hat wieder einmal beispielhaft gezeigt, wie gut Einsatzkräfte auch landkreis- und organisationsübergreifend zusammenarbeiten können. Nicht nur für die Touristen, die sich praktisch bei jedem einzelnen mit einem „Thank you“ bedankt hatten, war dieser Tag wohl ein außergewöhnliches Erlebnis.

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