Stefan Kuhn - Rückblick auf sechs Jahre Kommandant

Die zahlreichen Brände in Unterfranken in den letzten Monaten haben wieder einmal gezeigt, wie wichtig die Feuerwehren in unserer Gesellschaft sind. Auf der anderen Seite wird es aber immer schwerer, Freiwillige für die Tätigkeit als Feuerwehrfrau oder Feuerwehrmann zu begeistern. Besonders Führungspositionen wie die des Kommandanten sind oft nicht einfach zu besetzen, da sie verschiedenste Aufgaben und vor allem Verantwortung mit sich bringen. Mit welchen Themen man sich selbst in kleineren Feuerwehren heutzutage als Wehrleiter beschäftigen muss, hat Stefan Kuhn, Kommandant der FFW Ottendorf, nun in einem Rückblick auf seine erste Amtsperiode zusammengefasst.

Der 32-jährige leitet die Ottendorfer Wehr nun seit sechs Jahren und hat mit ihr in dieser Zeit einige Einsätze bestritten, zu denen ein Zimmerbrand, ein brennender LKW auf der Autobahn, ein Kaminbrand und der Brand eines Bauernhofes gehören. Daneben gab es auch zahlreiche kleinere Aufgaben für die aktuell 33 Aktive zählende Feuerwehr, wie etwa vollgelaufene Keller oder Parkplatzeinweisungen. Hinzu kamen noch die Änderung der Satzung des Feuerwehrvereins, die Anpassung des Mitgliedsbeitrages und die Zusammenarbeit mit der Gemeinde, z.B. bei Beschaffungen. Hier gilt es immer einen gemeinsamen Weg zu finden, selbst wenn es dabei manchmal zu Meinungsverschiedenheiten mit den Gemeindevertretern kommen kann. Auch einige Neuerungen galt es in der Wehr einzuführen wie etwa die Alarmierung über die neue Integrierte Leitstelle (ILS) in Schweinfurt, mit der die Zusammenarbeit bisher sehr gut ist. Außerdem hat der Verwaltungsaufwand stark zugenommen, es müssen bei Einsätzen detaillierte Dokumentationen geführt werden und auch die Anforderungen an Wissen und Technik sind gestiegen.

Stefan Kuhn sieht das Ehrenamt Feuerwehr als ein ernstzunehmendes und verantwortungsvolles Amt, das essentiell für die Sicherheit der Mitbürger ist. Doch dazu brauchen die Feuerwehren auch in Zukunft stets neue interessierte Mitglieder, die sich mit Technik und unterschiedlichsten Einsatzszenarien auseinandersetzen möchten und Bereitschaft zu Weiterbildung und Übung mitbringen. Die Hauptquelle für Feuerwehrnachwuchs stellt in Ottendorf wie in vielen anderen Wehren die Jugendfeuerwehr dar, die Kuhn bis 2007 betreute und die seitdem von David Englert geleitet wird. Doch in Zeiten von geburtenschwachen Jahrgängen und zahlreichen anderen Freizeitangeboten, hohen Anforderungen in Schule, Studium und Beruf wird es immer schwerer, neue Feuerwehrdienstleistende zu gewinnen. Dazu kommt, dass viele Feuerwehrleute selbst lange Arbeitszeiten haben und auch am Wochenende oft nicht zur Verfügung stehen. Deswegen, so Kuhn, schätze er jeden Arbeitgeber sehr, der seine Angestellten während der Arbeitszeit zu Feuerwehreinsätzen freistellt. Sonst wäre es oft schwierig für die Wehren, tagsüber genügend Einsatzkräfte zusammen zu bekommen.

Der Kommandant hofft deshalb auch in Zukunft auf die Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern und vor allem Jugendlicher, die sich auch ein Mitwirken in der Feuerwehr vorstellen könnten und so den Bestand der Wehren aufrechterhalten. Auch sei es wichtig, dass die Gemeinden die technische Ausstattung möglichst auf einem modernen Stand halten, da dies nicht nur bedeutsam für Einsätze ist, sondern auch dabei hilft, vor allem junge Leute für den Dienst in der Feuerwehr zu begeistern.

Tag der offenen Tür bei der Jugendfeuerwehr
Versammlung 2013